Datenschutz

Eines ist unumstritten: die Quantified-Self-Bewegung bringt ein erhebliches Risikopotential in datenschutzrechtlicher Hinsicht. Mit Hilfe der gesammelten und gespeicherten Daten lassen sich ausführliche Gesundheits- oder sogar Persönlichkeitsprofile erstellen. Die Bewegung schafft einen Markt an dem viele Unternehmen sehr grosses Interesse haben dürften. Zum einen sind das Pharmaunternehmen für die der ausschöpfbare Bestand an Gesundheitsdaten sehr wertvoll ist. Zum anderen werden aber auch auf vielen anderen Ebenen Daten gesammelt, die für Firmen von Interesse sind. Die Tatsache, dass die erste Quantified-Self-Konferenz von Firmen wie Microsoft, Intel und Phillips gesponsert war, macht das Interesse an den Daten offenbar.

Es gibt laut dem Blogg Datenschutzbeauftragter bereits jetzt viele Anbieter von Quantified-Self-Apps, die Kooperation mit Pharmaunternehmen eingegangen sind und in deren Lizenz sogar ausdrücklich steht, dass Pharmaunternehmen unter bestimmten Voraussetzungen direkten Kontakt zu den Nutzern aufnehmen dürfen.

Im Folgenden möchte ich auf ein paar Fragen eingehen, die bezüglich dem Datenschutz besonders dringlich sind.

Können die Daten mit einer Drittpartei geteilt oder an eine solche verkauft werden?
Nutzer von Tools im Bereich Gesundheitstracking reichern zentrale Datenbanken stets mit Gesundheitsinformation an. Die meisten von uns möchten nicht, dass andere Personen unsere Daten sehen, jedoch sind die Datenschutzerklärungen vieler Fitnesstracker wage formuliert und können sich dazu ständig ändern. Meist werden Phrasen verwendet wie “we respect your privacy”, “we may share your information with third parties” etc. Solche unklaren Formulierungen lassen den Anbietern genügend Spielraum um Gesundheitsdaten zu verkaufen sobald der Nutzer auf den “accept license” Knopf gedrückt hat.

Public by Default
Apps, die sich dem Selftracking widmen, bieten dem Nutzer oft die Möglichkeit, die gesammelten Daten mit anderen Nutzern zu sharen. Leider ist es nicht unüblich, dass die Profile standardmässig auf öffentlich gesetzt sind und sie so leicht über eine Suchfunktion gefunden werden können. In 2011 wurde ein Anbieter beispielsweise kritisiert, weil die sexuellen Aktivitäten, die von von dessen App getrackt wurden unter Suchergebnissen von Google zu finden waren. Wenn ein Nutzer also nicht möchte, dass seine Daten über Google auffindbar sind, sollte er die Einstellungen bezüglich der Privatsphäre überprüfen.

Wem gehören die Daten?
Wem gehören die persönlichen Daten, die du über jegliche Tools generierst – dir oder dem App-Anbieter? Cindy Ng war besonders besorgt als sie in der Datenschutzerklärung einer Firma las, dass ihr als Besitzerin und Erstellerin ihrer eigenen Gesundheitsdaten nicht erlaubt ist, die Daten aufzurufen.

Dies zeigt ein paar Fragen und Herausforderungen bezüglich des Datenschutzes. Als Nutzer solcher Apps scheinen wir den Firmen vertrauen zu müssen, dass sie unsere Daten ordnungsgemäss handhaben und einen selbst entscheiden lassen, mit wem man die Daten teilt. Selbst wenn man einen Account lischt, muss man darauf vertrauen, dass dieser auch tatsächlich gelöscht wird.

Rachelle schreibt ausserdem, dass das Selftracking auch auf einer weiteren Ebene Einfluss haben wird, nämlich bei der Akzeptanz von Internetfirmen, die Internetznutzer tracken:
“People’s comfort with self-tracking may increase their comfort with being tracked by Google, Facebook, etc. As people feel the real benefits of more data in their own lives, they may be more willing to give up a certain amount of privacy to see those benefits in web services.” 

Ich persönlich erwarte, dass auch in Zukunft die Unsicherheiten bezüglich des Datenschutzes so hingenommen bzw. sogar immer mehr akzeptiert werden.

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