Trend II: Quantified-Employee

In diesem Beitrag möchte ich auf die Bewegung eingehen die Quantified-Employee, also quantifizierter oder gemessener Mitarbeiter, genannt wird. Es werden stets neue Tools entwickelt um Arbeitnehmer zu überwachen und die Aktivitäten besser zu verstehen. Diese Instrumente sind meist anonym und normalerweise nicht sichtbar. Viele Startups im Bereich Human Resources (HR) glauben, dass die Quantified-Self-Bewegung im HR das neue grosse Ding sein wird.

1. Monitoring von Arbeitnehmern
Bereits seit einigen Jahren ist es für grosse Unternehmen üblich den Internetzugang ihrer Mitarbeiter zu kontrollieren. Nun gibt es neue Möglichkeiten die täglichen Aktivitäten, Verbindungen zwischen Mitarbeitern (wer trifft wen) und die Aufenthalte von Mitarbeitern zu überwachen.

Die New York Times veröffentlichte letzte Woche einen Artikel wie Arbeitgeber mit neuen Tools verfolgen können, wo sich ihre Mitarbeiter aufhalten. Diese Tools, die so klein sind, dass sie auf einen Badge passen, geben Rückschlüsse darauf, mit wem sich ein Mitarbeiter trifft und wie sozial er damit ist. Anscheinend lässt sich daraus ableiten, wie qualifiziert jemand für den Bereich Kundenbetreuung ist. Ein Beispiel ist Hitachis Business Microscope. Dieses verfügt über einen Sensor, womit man Mitarbeiter orten kann. Die Intention besteht gemäss Hitachi darin, die Zusammenarbeit zu messen und dem HR zu helfen das Arbeitsumfeld zu verbessern.

Eine bekannte Firma, deren Name nicht genannt wird, ist noch kreativer. Sie hat ein Tool entwickelt mit dem man die Eigenschaften von E-Mails der Mitarbeiter analysieren kann. Dabei werden die Empfänger, CC Listen und auch der Sender jedes E-Mails in die Analyse miteinbezogen. Das Ziel liegt darin zu verstehen wer als „Verbindung“ dient in der Firma und welche Kommunikationswege zu erhöhter Performance führen.

2. Real-time Mitarbeiterengagement
Ein weiterer Aspekt der Quantified-Employee-Bewegung ist das real-time Feedback zum Arbeitsplatz. Herkömmlicherweise haben Firmen jährliche Mitarbeiterumfragen verwendet, um an ebensolche Informationen zu gelangen. Der Prozess wird zusehends zu langsam und die Ergebnisse sind dazu nicht sehr nützlich. Als neue Lösung gibt es ein Set von Tools (die meisten laufen auf Smartphones), das es den Arbeitnehmern ermöglicht auf einer real-time Basis darüber zu sprechen, wie sie sich bei der Arbeit fühlen. Firmen in allen Grössen entfernen sich mehr und mehr von den jährlichen Umfragen und setzen neu real-time Feedbacksysteme ein.

3. Mitarbeiterbindung
Die dritte Teil der Quantified-Self Tools kommt von einigen neuen Firmen (bspw. Entelo, OrgStars), die Daten auf sozialen Netzwerken untersuchen um herauszufinden, ob ein Arbeitnehmer darüber nachdenkt, den Job zu wechseln. Diese Tools überwachen die Aktivitäten in sozialen Netzwerken und versuchen eine Bewertungsziffer zu entwickeln, die dem Arbeitgeber Rückschlüsse darauf gibt, ob ein Arbeitnehmer sich nach einem neuen Job umschaut. Der Vorteil daran? Schnellwachsende Firmen können zeitnah herausfinden, wer darüber nachdenkt, die Firma zu verlassen und können so rechtzeitig entsprechende Massnahmen treffen.

Wohin wird das führen?
An und für sich ist es eine gute Sache. Arbeitgeber besitzen so oder so viele Daten über alle von uns: unser beruflicher Werdegang, unser Lohn, unsere Leistungsbewertung und ab/bis wann wir täglich online sind. Falls Firmen diese Daten tatsächlich nutzen, um den Arbeitsplatz zu verbessern, kann man sich nicht beklagen. Das Management, die Einstellungsprozess und die Arbeitsumgebung wird sich damit verbessern.

Müssen wir uns Sorgen machen, dass Mitarbeiter in Zukunft anonym über ihre Chefs herziehen? Nein, sind wir ehrlich: Heutzutage können Leute in der Öffentlichkeit fast über alles reklamieren, wenn man also strukturierte Transparenz an den Arbeitsplatz bringt, kann das Management und die Führung schneller auf Probleme reagieren.

Doch klingt das ganze stark nach dem „Big Brother“, der einen ständig beobachtet und kontrolliert. Viele werden sich um den Schutz ihrer Persönlichkeit sorgen. Weiter wirft die Bewegung viele Fragen bezüglich dem Datenschutz auf. Wem gehören die Daten? Dem Arbeitgeber oder -nehmer? Wo werden die Daten abgelegt? Werden die Daten an Drittpersonen weitergegeben? Werden die Daten bei Verlassen der Firma gelöscht?

Wie bereits in verschiedenen Blogeinträgen angetönt, scheinen die Regelungen bezüglich dem Datenschutz die meisten Sorgen im Rahmen der ganzen Quantified-Self-Bewegung hervorrufen. Ist das gerechtfertigt? Das werden wir in einem kommenden Beitrag genauer beleuchten.

Autor: Max

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