Trend I: Quantified-Baby

Es gibt einige Trends in der Quantified-Self Bewegung. Man kann sie als Weiterentwicklung betrachten, die sich insofern von der Bewegung entfernen, dass nicht mehr das Selbst gemessen werden. Die Bewegung hat ihre Wege beispielsweise ins Kinderzimmer gefunden. Quantified-Baby ist ein Ableger der Quantified-Self-Bewegung, der sich mit der Sammlung von Daten zu den täglichen Aktivitäten des eigenen Babys beschäftigt. Die Daten werden dann, wie auch sonst in der Bewegung, benutzt um Schlussfolgerungen auf das Verhalten und die Gesundheit zu schliessen. Um an zu interpretierende Daten zu gelangen, wurden einige Zubehöre entwickelt. Im Folgenden ein paar Beispiele dazu.

Smart Diapers
Die “intelligente Windel” ist eine Erfindung der New Yorker Firma Pixie Scientific. Laut Gigaom werden Kameraaufnahmen und Chemie eingesetzt, um festzustellen, wenn ein Baby möglicherweise an einer Harninfektion, einer Dehydrierung oder anderen Problem leidet. Vorne an der Windel wird ein Quadrat angezeigt mit farbigen Boxen, die ihre Farbe verändern sobald sie in Berührung mit Proteinen, Bakterien oder anderen Inhalten von Urin kommen, die auf eine Abweichung zu „normalen Urin“ hinweisen. Um die Farben zu verstehen, können Eltern das Quadrat abfotografieren und die Farbe von einer App analysieren lassen, die dann entsprechende Resultate anzeigt.

Sproutling
Das Startup Sproutling befindet sich derzeit in der Entwicklung eines mit einem Sensor ausgestatteten Fussbandes für Babys, das Vitalwerte während dessen Schlaf aufzeichnen. Wie ein typischer Babymonitor lässt es die Eltern das Baby aus einer Distanz beobachten aber alarmiert diese nur, wenn etwas als falsch registriert wird.

Sproutling Baby Monitor

Mimo
Mit Sensor ausgestattete Einteiler von Rest Devices verfolgen Indikatoren wie Temperatur, Bewegung und Atmung und übertragen die Daten dann drahtlos zum Computer oder Smartphone der Eltern. Für 200 $ erhält der Käufer von Mimo drei Einteiler aus organischer Wolle, eine Spielzeugschildkröte, die man an die Einteiler klippen kann sowie ein Seerosenblatt. Die Einteiler sind ausgestattet mit Schlafsensoren, die Schildkröte ermittelt Bewegung, Körperposition, Hauttemperatur und Aktivitätslevel. Die Seerose ist eine wifi Station mit einem Mikrofon.
Obwohl das sehr abstrus klingt, gibt es für das Schlaftracking naheliegende Gründe. Viele Kinder sterben am plötzlichen Kindstod und die meisten davon im Schlaf. Viele Eltern sind während der Nacht besorgt, dass ihr Kind zu atmen aufgehört haben könnte. Mimo kann Eltern versichern, dass es ihrem Kind gut geht, ohne dass sie das Bett verlassen müssen.

Die Reaktionen auf die Quantified-Baby-Bewegung sind sehr durchmischt. Zwar wird von Seite der Eltern angestrebt, durch die Bewegung bessere Eltern zu sein. Kritisiert wird jedoch oft, dass das zu viel Technologie die Fähigkeiten der Eltern beeinträchtigen könnten, da nicht mehr natürlich gelernt wird, wie man das Verhalten des Kindes interpretieren kann und wie damit umzugehen ist. Des Weiteren wird davor gewarnt, dass zu Neurosen neigende Eltern sich nur noch mehr Sorgen machen werden.

Dazu sagte Dr. Swanson zusammenfassend:
“Until these products are proven to show benefits, these devices may be increasing parental anxiety and then we’re stepping backwards in the experience of parenthood, bonding and learning natural instincts and cues. I don’t think we should close the door on this technology, but we should be thoughtful about how and when we use them on a daily basis.”

Autor: Max

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