Einige Tipps zur Selbstbeobachtung

Die rasante Entwicklung von Soft- und Hardware erlaubt das Aufzeichnen und Auswerten von Daten in einem früher nicht vorstellbarem Ausmass. Die daraus entstehenden Möglichkeiten bilden die Basis für die Quantified-Self-Bewegung. Durch benutzerfreundliche Bedienung ist es auch Laien möglich daran teilzunehmen. Um gezielt zu neuer Erkenntnis zu gelangen ist dabei ein methodisches Vorgehen unabdingbar.

Matthew Cornell hat auf der Quantified-Self-Seite einen Artikel zum Thema Experimentaldesign publiziert. Darin hat er ein einfaches Modell für Selbstexperimente vorgestellt.

  1. Define the question you’re trying to answer (e.g., “Is grinding during the day causing my tooth pain?”),
  2. Decide one thing that you’re going to change (e.g., wear a night guard during the day),
  3. Decide at least one corresponding measurement you’ll make (e.g., pain on a scale of zero to two),
  4. Start taking measurements for a while (you’re in the first “A”),
  5. Implement the change and keep measuring (now you’re in “AB”),
  6. Then cut out the change and continuing measuring until you’re done (“ABA”).

Als erstes sollte eine Forschungsfrage aufgestellt werden. Als zweiter Punkt wird ein Faktor bestimmt, dessen Einfluss während des Experimentes untersucht werden soll. Mindestens ein Messwert muss festgelegt werden.
Begonnen wird die Messung mit dem Normalzustand, ohne den Einflussfaktor. In der nächsten Phase wird gemessen unter Einwirkung des gewählten Faktors. Zum Schluss erfolgt die Messung erneut ohne den Einflussfaktor.

Zu den Punkten 4.-6., also dem Ablauf des Experimentes schreibt Seth Roberts auf der Quantified-Self-Seite:
Bei allen drei Phasen wird empfohlen die Messungen solange durchzuführen bis sich ein stabiles Niveau über 10-20 Tage einstellt. Dadurch können andere Einflüsse ebenso wie der Beginn des Experimentes und das Einsetzten des Untersuchungsfaktors abgegrenzt werden.

In beiden Artikeln wird betont, dass eine einfache Versuchsanordnung vorzuziehen ist. Da bei einem so komplexen Untersuchungsobjekt wie dem eigenen Selbst mit einem einfachen Experiment schon viel beobachtet werden kann.

Seth Roberts dazu:
Complicated (experiment) plus complicated (world) = confusion. Simple (experiment) plus complicated (world) = progress.

Im Video eines Gesprächs zum Thema „Living By Numbers“, geben Gary Wolf und Kevin Kelly einen interessanten Überblick über Entstehung und Motivation der Quantified-Self-Bewegung. Ungefähr bei 10:40min geht Gary Wolf auf die obengenannte Probleme mit der Komplexität ein. So empfiehlt er eine einfache Skalierung zu wählen, so dass bei der Erhebung nicht zu lange überlegt werden muss in welchem Bereich man sich gerade befindet.

Autor: Max

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