Implantierte Chips – wird der Mensch zur Maschine?

In meinem letzten Beitrag bin ich bereits auf die Verwendung von „Selftracker“-Daten für die Medizin eingegangen. Heute möchte ich das Thema nochmals aufgreifen und ein paar Gedanken weiterspinnen.

Die Technik ist nicht aufzuhalten. Halten wir uns noch einmal die ersten Handys vor Augen und schauen wir, wie sich diese innert kürzester Zeit vom mobilen Telefon zum Alleskönner-Kleincomputer entwickelt haben. Heute besitzen die Meisten eines dieser Hightech-Geräte, deren Weiterentwicklung nicht zu bremsen ist. Was heute Hip und Trend ist, ist morgen schon wieder veraltet.

Wie wir wissen, ist die Quantified-Self-Bewegung vor noch nicht all zu langer zu uns in die Schweiz geschwappt. Es ist leicht vorstellbar, dass die Entwicklung im Ursprungsland schon einiges weiter ist als bei uns. Wagen wir also einen Blick:

Stellen Sie sich vor, sie müssten täglich Medikamente nehmen. Ein verschluckbarer Sensor oder Chip würde Ihrem Arzt melden, ob Sie das Medikament tatsächlich genommen haben. Was klingt wie aus einem Sciencefiction-Film ist längst Realität! Mittlerweile ist die technische Entwicklung so weit, dass solche implantierbaren Chips zur Datenerfassung von der US-Arzneimittelbehörde zugelassen wurden. Hier verschmelzen zwei unterschiedliche Arten der personifizierten Datenerfassung, die der „Individualisierten Medizin“ und die derjenigen, welche der Quantified-Self-Bewegung“ angehören. Denn auch die Mediziner messen und erheben Daten zu Ihren Patienten. Anders als bei den „Selftracker“ werden in der Medizin diese Daten als sensibel und schützenswert eingestuft (Müller, 2012). Wer Lust hat sich weiter und tiefer, und vor allem kritisch, in dieses Thema einzulesen, soll den Artikel von Hardy Müller „Individualisierte Medizin und Quantified Self“ lesen.

Doch gehen wir noch einmal zurück zum Sensor, der aus meinem Magen alarmierende Daten an meinen Arzt schickt, wenn ich meine Medikamente nicht eingenommen habe. Wo bleibt hier der mündige Patient? frage ich mich. Vielleicht schlucke ich das Medikament, jeglicher medizinischen Vernunft zum Trotz, ganz gezielt nicht? So toll und vielversprechend neue Technologien auch erscheinen mögen, meist geht doch damit ein Teil unserer Selbstbestimmung, Selbstwahrnehmung und damit auch unserer Persönlichkeit verloren.

Autorin: Mirjam

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