Quantified-Self und die Entwicklung des Internet – erster Teil

Um das Phänomen Quantified-Self besser einordnen zu können, ist es wichtig, die Geschichte des Internet zu überblicken und zu verstehen. Denn das Internet ermöglicht eine fortschreitende Vernetzung, einst zwischen Hochschulen und anderen Institutionen der Forschung, später zwischen allen Nutzerinnen und Nutzern mit Internetanschluss, dann die Vernetzung eines Individuums mit seinen Besitztümern und heute gewissermassen die Vernetzung mit sich selbst. Doch schauen wir zurück.

Das Internet entstand Ende der 60er Jahre durch das US Verteidigungsministerium als eine Reaktion auf den Sputnik Schock von 1957. Die Sowjetunion brachte damals mitten im kalten Krieg zur grossen Überraschung der westlichen Welt den künstlichen Erdsatelliten „Sputnik“ in Umlauf, was allen vor Augen führte, dass die Sowjetunion in der Entwicklung der Raumfahrt ebenbürtig, wenn nicht überlegen war. Es entstand ein Kreis von vier miteinander vernetzten Hochschul-Rechnern in den Staaten Kalifornien und Utah, und er wurde ARPANET genannt. ARPANET hatte zum Ziel, durch Dezentralisierung der wichtigen Forschungsdaten das Risiko des Datenverlusts durch einen sowjetischen Kriegsschlag zu minimieren (nach Wikipedia).

Es dauerte dreissig Jahre, anfangs der Jahrtausendwende, bis das Internet zu boomen begann. So besassen 1990 gerade einmal 0.05 Prozent der Menschen einen Internetzugang (Grasse/Greiner 2013, Seite 121), wohingegen Mitte 2012 sagenhafte zweieinhalb Milliarden Internet-Nutzerinnen und –Nutzer weltweit verzeichnet waren ‒ das sind etwa 28 Prozent der Weltbevölkerung (Bigger 2012). Diese erste Phase der Entwicklung des Internet kann als „Festnetz-Internet“ bezeichnet werden. Sie wird durch eine zweite Phase überlagert und zunehmend überholt, die „mobiles Internet“ genannt werden kann. Gemäss Grasser/Greiner (Seite 121) sind heute über 85 Prozent der Weltbevölkerung mit einem Mobiltelefon ausgerüstet und „etwa jeder sechste Weltbürger surfte im Jahr 2012 mobil im Netz“ (ebenda). Nun sind bereits so viele Geräte miteinander vernetzt, dass der Adressraum des Internet erweitert und von IPv4 auf IPv6 umgerüstet werden muss. Dadurch können gegenüber den heute knapp 4.3 Milliarden Geräten, die gleichzeitig surfen können, neu 340 Sextillionen Geräte (das ist eine 34 mit 37 Nullen) zeitgleich im Netz unterwegs sein. Das dürfte eine Weile reichen.

Mehr demnächst hier.

Autorin: Daniela

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