Mein Bezug zu Quantified-Self: Selbsterfahrung erster Teil

Mein spontanes Wohlwollen Quantified-Self (kurz QS) gegenüber hat zum einen damit zu tun, dass ich mit der Unterstützung und der Kontrolle einer Ernährungsberaterin in den letzten Jahren viele Kilogramm Körpergewicht verloren und – für mich schwieriger – auf realistischem Niveau gehalten habe. Ich ging und gehe noch immer regelmässig zu ihr, anfangs zweimal die Woche, dann einmal, heute alle zwei bis vier Wochen. Ich legte mein Essverhalten offen und bekam Anweisungen zur Ernährungsumstellung, und jedes Mal muss ich auf die Waage stehen. Sie verkaufte mir auch meinen ersten, ganz simplen Self-Tracker ohne viel Schnickschnack, ein kleines Gerät von Actismile, das man sich in die Tasche steckt. Man definiert sein Bewegungsziel, und das Gerät zeigt einem in Form eines zuerst nicht-lachenden, später halb- bis voll-lachenden Gesichts an, ob man sein Bewegungsziel erreicht hat. Es kommt vor, dass ich auf dem Nachhauseweg eine Extra-Runde ziehe oder in meiner Küche einen Tanz aufs Parkett lege, wenn das Actismile noch nicht lächelt.

Ich bezahle für diese Kontrolle und nehme sie freiwillig auf mich, weil ich weiss, dass sie gut für mich ist. Kontrolle ist also in diesem Zusammenhang für mich aufs Erste kein negativ konnotierter Begriff. Die Self-Tracking-Leute überlassen nun diese Kontrolle keiner aussenstehenden Ernährungsberaterin oder Ärztin, sondern nehmen sie selbst an die Hand. Schlecht finde ich das an sich nicht.

Ein anderer Grund ist, dass ich Freude an solchen neuen „Gadgets“ habe. Ich probiere sie gerne aus, tüftle, wie sie funktionieren und wie man sie am besten einsetzt. Ich freue mich über gelungene und schöne Produkte, über den Fortschritt der Technik und denke über deren Konsequenzen oder Nachteile nach. Durch die Beschäftigung mit diesen Self-Tracking-Geräten, die in den Medien und in meinem Umfeld Begeisterung oder Interesse einerseits, aber auch Skepsis bis hin zur völligen Ablehnung andererseits auslösten, wurde mir langsam klar, dass QS ein Ausdruck eines neues Kapitels in der Geschichte des Internets darstellt: Der Verschmelzung von Mensch und Maschine. Mehr dazu demnächst hier.
menschmaschine
Autorin: Daniela

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Selbstversuch abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s