Selftracking-Apps – Beziehungskiller? Nerven-Killer, das auf jeden Fall!

Vor rund drei Wochen habe ich meinen Selbstversuch gestartet. Kaum hatte ich die App herunter geladen, fühlte ich mich, schlimmer denn je, an mein Handy gebunden. Mein iPhone hat von einem Augenblick zum anderen einen so hohen Stellenwert erlangt, dass sowohl Partner, wie auch Hund vor Neid erblassten, bzw. wahrlich beleidigte Züge annahmen. Dabei sollten doch alle glücklicher werden. Na ja, zumindest ich. Das, auf jeden Fall, versprach mir die Werbung.

Aber beginnen wir doch ganz von vorne. Vor Jahren besass ich ein Sony Ericsson-Handy, das (ohne zusätzliche App) meine Schritte mitzählte. Damals hatte ich noch keinen Internetzugang für mein Natel und die Schritte wurden wahrscheinlich anhand von Erschütterungen gemessen, oder über GPS. So genau weiss ich das leider nicht. Auf jeden Fall hat dieses Handy gemessen, wie viel ich mich bewegte, ohne dass ich eine spezielle Einstellung machen musste. Und weil ich damals eine Arbeit ausübte, bei der ich täglich mehre Stunden zu Fuss unterwegs war, wurde meine Leistung schon nach kurzer Zeit mit einer Bronzenen Medaille honoriert. So arbeitete ich mich innert kurzer Zeit hoch bis zur Goldmedaille. Es war ein grossartiges Gefühl!

Einige Jahre später, man wird moderner, besitze ich ein iPhone. Eine Internetverbindung ist praktisch immer gegeben, GPS funktioniert auch, doch ein vorinstallierter Schrittzähler fehlt. Vorerst interessierte mich dies wenig. Schliesslich bin ich unterdessen zum Bürogummi mutiert. Was hätte man da auch Grossartiges messen können? Schlussendlich installierte ich dann doch eine App („endomondo“), mit welcher ich meine Bike- und Wanderrouten aufzeichnen kann.

Nun aber zurück zu unserem Selbstversuch für diesen Blog. Vor rund zwei Wochen habe ich „moves“ auf mein Handy geladen, welches alle meine Bewegungen, Schritte und Kilometer registriert. Zusätzlich installierte ich die Selftracking-App „optimizeme“ und koppelte es mit „moves“.

Optimize me! Ein vielversprechender Titel für eine App, die mir mehr Zeit, Energie und Nerven raubt, als mir Nutzen bringt. Das Ding lebt von den Eingaben darüber, wie ich meinen Tagesablauf gestalte. Es gibt 4 Kategorien von Tätigkeiten: Routine, Vergnügen, Gesundheit, Kreativität. Wird die App mit Daten gespeist, zeigt es farblich an, wie oft man am Tag vergnügliche, gesundheitsbewusste, kreative oder routinierte Tätigkeiten ausgeübt hat. Ärgerlich an der App ist, dass ich das Programm ständig füttern muss. Nach einer gewissen Zeit wird man sogar gefragt, ob man die aktuelle Tätigkeit immer noch ausübt. Oder, wie gestern, als ich joggen ging und mich die App nach 40 Minuten fragte, ob ich mit Joggen schon fertig sei. Was heisst hier schon?! 40 Minuten sind doch grossartig! Für einen Bürogummi wie mich!

Autorin: Mirjam

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